Psychologie

„Warum fühlen, denken und handeln Menschen so, wie sie es tun? Und wie können wir wissenschaftlich herausfinden, warum?“

Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigt sich der Psychologieunterricht am Rosa-Luxemburg-Gymnasium. Psychologie lernen die Schüler*innen dabei als Wissenschaft vom menschlichen Erleben und Verhalten kennen. Sie begegnen unterschiedlichen psychologischen Erklärungen, wenden diese auf konkrete Fragen und Fälle an und lernen zugleich, wie psychologisches Wissen durch wissenschaftliche Forschung entsteht.

Im Psychologieunterricht arbeiten wir häufig an konkreten Fällen, Beobachtungen oder Fragen aus Alltag und Gesellschaft. Die Schüler*innen lernen, psychologische Phänomene zunächst genau zu beschreiben und anschließend mithilfe wissenschaftlicher Begriffe, Theorien und Modelle zu erklären und zu beurteilen.

Dabei nehmen wir immer wieder auch eine historische Perspektive ein: Wie haben sich Vorstellungen vom menschlichen Erleben und Verhalten verändert? Wie sind psychologische Theorien und Forschungsmethoden entstanden und weiterentwickelt worden? So wird sichtbar, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in einem historischen Kontext stehen und sich mit neuen Erkenntnissen verändern können.

Eine wichtige Rolle spielt die psychologische Forschung. Wir beschäftigen uns mit Experimenten und anderen Untersuchungsformen, entwickeln Fragestellungen und Hypothesen und untersuchen, wie psychologische Merkmale überhaupt messbar gemacht werden können. Studien werden nicht nur gelesen, sondern auch auf ihre Aussagekraft und ihre Grenzen hin geprüft. Dazu gehört beispielsweise die wichtige Unterscheidung zwischen Korrelation und Kausalität.

Gearbeitet wird mit Fallbeispielen, Fachtexten und Forschungsberichten, empirischen Daten und Statistiken, Fragebögen sowie Bild-, Audio- und Videomaterial. Immer wieder geht es darum, unterschiedliche psychologische Erklärungen miteinander zu vergleichen, auf neue Fälle anzuwenden und auf dieser Grundlage zu einem eigenen begründeten Urteil zu kommen.

1. Kurshalbjahr – Psychologische Perspektiven

Zu Beginn lernen die Schüler*innen Psychologie als Wissenschaft kennen und beschäftigen sich damit, wie psychologische Erkenntnisse gewonnen werden. Mit Behaviorismus, Kognitivismus und Tiefenpsychologie lernen sie anschließend unterschiedliche grundlegende Perspektiven auf menschliches Erleben und Verhalten kennen. An konkreten Fällen zeigt sich, dass dieselbe Frage aus verschiedenen psychologischen Blickwinkeln unterschiedlich erklärt werden kann – und dass jedes Erklärungsmodell seine Stärken und Grenzen hat.

2. Kurshalbjahr – Was beeinflusst unser Erleben und Verhalten?

Im zweiten Kurshalbjahr geht es um das Zusammenspiel verschiedener Bedingungen menschlichen Erlebens und Verhaltens. Themen sind unter anderem Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, Emotionen und Motivation, Persönlichkeit und Bedürfnisse sowie Bindung, Erziehung und menschliche Entwicklung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aktuelle Situationen, persönliche Voraussetzungen und unsere bisherige Entwicklung zusammenwirken.

3. Kurshalbjahr – Sozialpsychologie

In der Sozialpsychologie rückt der Einfluss anderer Menschen in den Mittelpunkt. Wie nehmen und beurteilen wir andere? Wie entstehen Stereotype und Vorurteile? Was prägt unser Selbstbild? Wie verändern sich Einstellungen und warum passen Menschen sich Gruppen an? Auch aktuelle gesellschaftliche Phänomene können hier psychologisch untersucht werden.

4. Kurshalbjahr – Angewandte Psychologie

Im letzten Kurshalbjahr steht die Anwendung psychologischer Erkenntnisse im Vordergrund. Einen Schwerpunkt bildet die Klinische Psychologie. Hier beschäftigen wir uns damit, wie psychische Störungen erklärt, diagnostiziert und behandelt werden können. Je nach Schwerpunkt können weitere Anwendungsbereiche wie Werbepsychologie, Pädagogische Psychologie oder Rechtspsychologie hinzukommen.

Psychologie kann als Bezugsfach für die 5. Prüfungskomponente gewählt werden. Darauf bereitet der Unterricht auch methodisch vor und vermittelt damit Arbeitsweisen, die später im Studium eine wichtige Rolle spielen.

Am Anfang steht eine eigene wissenschaftliche Fragestellung. Die Schüler*innen lernen einzuschätzen, ob eine Fragestellung sinnvoll eingegrenzt und wissenschaftlich bearbeitbar ist, und entwickeln einen geeigneten Weg, um sie zu untersuchen. Dazu recherchieren sie gezielt, unterscheiden wissenschaftlich geeignete von weniger geeigneten Quellen und arbeiten mit psychologischer Fachliteratur und empirischen Studien.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend ausgewählt, gewichtet und so geordnet, dass sie zur Beantwortung der eigenen Fragestellung beitragen. Ähnlich wie bei einer wissenschaftlichen Hausarbeit geht es schließlich darum, unterschiedliche Befunde und Positionen zusammenzuführen und zu einem fachlich begründeten eigenen Urteil zu gelangen. Bei einer Präsentationsprüfung kommt die Aufgabe hinzu, den eigenen Arbeits- und Erkenntnisprozess verständlich und überzeugend aufzubereiten und zu präsentieren.