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Torsten Brandes: Ralf Treptow als digitaler Innovator

Was die digitale Entwicklung unserer Schule betrifft, war Ralf Treptow nie derjenige, der erklären konnte, welches Kabel wohin gehört oder warum das WLAN ausgerechnet dann streikt, wenn man es dringend braucht. Aber er war derjenige, der sehr früh verstanden hat, dass es dieses WLAN braucht. Dass Schule sich verändern muss, um Zukunft zu haben. Und dass man dafür Menschen braucht, denen man vertraut.
Er hat Türen geöffnet, Entscheidungen getroffen und dann einen Schritt zur Seite gemacht, nicht aus Desinteresse, sondern aus Haltung. Fortschritt entstand hier nicht, weil jemand jedes Detail kontrollierte, sondern weil jemand sagte: „Macht mal.“
Dass daraus digitale Tafeln, iPads, neue Lernformen und ungeahnte Möglichkeiten wurden, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis dieses Vertrauens. Und vielleicht ist genau das seine größte digitale Spur: erkannt zu haben, wohin die Reise geht, auch ohne selbst jeden Knopf drücken zu müssen.

Torsten Brandes

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Dankesschreiben der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie

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Naja, es war einmal im Jahr 1991 im Sommer.

Hallo Ralf,

das glaub ich gerade nicht!

Du willst einfach so die Schule verlassen, die du mit Herz und Seele aufgebaut hast? Nach der Wende!

Ein kurzer Rückblick:

Naja, es war einmal im Sommer 1991. Meinem Beruf zufolge befand ich mich im ehemaligen Sekretariat der Schule in der Kissingenstraße (noch ohne Namen). Da betrat ein junger Mann den Raum und meinte, er würde der zukünftige kommissarische Schulleiter dieser Schule werden, von Herrn Lubawinski benannt. Frau Ludwig war da noch die amtierende Leiterin.

Wir haben uns alle gegenseitig vorgestellt. Frau Ludwig und der junge Mann namens Herr Treptow kamen so ins Gespräch. Und Herr Treptow meinte (das habe ich bis heute nicht vergessen): „Wer ist denn diese Dame?“, und meinte damit mich. „Das ist Frau Lindner, die Schulsekretärin.“ Man muss dazu sagen: Die Posten für die weitere Besetzung in der Schule waren noch nicht zu 100 Prozent klar aufgeteilt. Ja, Frau Ludwig meinte dann so: „Nehmen Sie doch die, die kann sich gut anpassen.“ So fing erst einmal alles an.

Kommissarischer Schulleiter Herr Treptow, pädagogischer Leiter Herr Reiff, stellvertretende Schulleiterin Frau Petra Lange I, und im Sekretariat Frau Lindner. Ich muss sagen, wir haben uns alle ziemlich schnell aneinander gewöhnt.

Dann kamen die Ideen von Herrn Treptow: neu sowie Umgestaltung der Räume! Für drei leitende Personen, also Schulleiter und Stellvertreterin sowie pädagogischer Koordinator, waren die Diensträume einfach viel zu klein und zu eng.

In der 1. Etage entstand ein Foyer für den Aufenthalt der Schüler. Dann begann die Umgestaltung für das Schulleiterzimmer mit dem anschließenden „neuen großen“ Sekretariat. Dem gegenüber befand sich dann der Raum für den PäKo, und dahinter entstand der Raum für die stellvertretende Schulleiterin. Ich muss sagen: alles perfekt bis heute! Ich will jetzt hier keine Geschichte erzählen über die historische Entwicklung der Schule. Aber 1994 habe ich dir einen „Sheriffstern“ übergeben, den du ja bestimmt bis heute noch hast. Denn da warst du offiziell Schulleiter des RLO-Gymnasiums. Entweder du gibst ihn weiter oder behältst ihn als bleibende Erinnerung.

Viele arbeitsreiche, aber auch schöne Arbeitsjahre gingen vorbei. Theater unter der Regie von Sabine Kündiger, Weihnachtskonzerte, damals noch in der tollen neuen Aula der Schule, unter der Leitung von Wilhelm Krahnert und Veit Römer usw. Dann kam das Jahr 2003, wo auch mein Abschied von der Schule gefeiert wurde. Es war natürlich ganz schön „schmerzlich“, aber so ist es im Leben nun einmal.

So, lieber Ralf, nun bist du dran. Ich wünsche dir für deinen „Unruhezustand“ noch viele glückliche und erlebnisreiche Jahre. Bleib gesund, und ebenfalls alles Gute für deinen Mann.

In guter Erinnerung verbleibe ich als 1. Schulsekretärin der „Schule am Zeitungskiosk“.

Hannelore Lindner

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Sabine Kündiger: Ein Intendant für alle Fälle

Intendanten sind eigentlich nicht besonders beliebt. Sie stehen in der Theaterhierarchie ganz oben und sind die Herren über Finanzen, Einstellungen und Spielpläne, sie müssen sich mit den Konflikten befassen, in die RegisseurInnen und ihre Teams miteinander geraten, wenn sie über künstlerisch-ästhetische Positionen streiten, müssen sich um geplatzte Wasserrohre oder verschimmelte Kellerverliese im Hause kümmern,und vor allem müssen sie repräsentieren.

Das Rosa-Luxemburg-Gymnasium hatte vor Jahren eine Intendantenstelle zu vergeben. Der Kunst- und Kultursaal war verfallen und musste dringend saniert werden. Niemand wollte den Job desjenigen haben, der es auf sich nimmt, eine langjährige Baustelle zu betreuen:

Handwerker akquirieren, Geld anfordern, Architektur- und Denkmalschutz-Pläne durchforsten, mehr Geld anfordern, sich mit Ämtern herumstreiten, schon wieder Geld anfordern, das Drängen der künstlerischen Gruppen aushalten, die dringend in die Aula möchten…

Es gab schließlich nur eine Person, die in der Lage war, sich diesen Aufgaben zu stellen und dieselben auch zu bewältigen: Ralf Treptow.

Über eine gewisse Zeit hatte er die künstlerischen Aktivitäten, welche in der alten Aula stattgefunden hatten, bereits mit Wohlwollen, ja sogar mit Begeisterung begleitet.

Was ihn aber besonders für das Amt des Intendanten auszeichnete, war seine eigene künstlerische Tätigkeit.

Er konnte z.B. Mitwirkungen als Statist in Theateraufführungen nachweisen, er war im jährlichen Dezember-Konzert stark als Weihnachtsmann nachgefragt, ja, man kann sagen, dass das seine Lebensrolle war. Des Weiteren zeichnete sich bereits ab, dass aus ihm einmal ein beachtenswerter Chanson-Sänger werden würde. Gleichzeitig konnte er durch das Amt als Schulleiter sein beachtliches Talent in Planungsstrategien einbringen.

Ralf Treptow begann seine Intendantentätigkeit mit großer Leidenschaft und sehr bald wurde ihm aus den Reihen seines Kollegiums schon zugetragen, dass viele der Mitarbeitenden besorgt darüber seien, dass er das Schulleiteramt zugunsten seiner Intendantentätigkeit vernachlässige.

Es gab – und das kann ich als Zeitzeugin bestätigen – wohl in seiner gesamten Laufbahn am RLG nicht ein einziges künstlerisches Ereignis, welches er versäumt hat. Er hatte immer ein offenes Ohr und Herz für die Kunst – er förderte sie mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, und er schaffte den Spagat zwischen der Leidenschaft für die Kunst und der Neutralität, die vonnöten war, wenn sich die Künstler der verschiedenen Sparten mal wieder in die Haare gerieten.

Ja, das RLG ist ein „Vielspartenhaus“ und der Intendant Ralf Treptow hat diesem Job alle erdenkliche Ehre gemacht. Wenn er jetzt geht, wird diese Stelle wohl frei bleiben.

Sabine Kündiger

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Dr. Bernd Kokavecz

Zur Verabschiedung von Ralf Treptow

Der Mauerfall in unserer Stadt lag noch nicht lange hinter uns und West und Ost beäugten sich noch zaghaft und vorsichtig, aber auch neugierig. Die Schulen der Stadt waren aufgerufen, Partnerschaften zu bilden und nach einem kurzen weniger erfolgreichen Versuch mit einer Schule im Südosten Berlins kam es zu den ersten Begegnungen zwischen den Kollegien meiner Schule, der Humboldtschule in Tegel, und dem Kollegium der vorübergehend im allgemeinen Sprachgebrauch

„Kissingenschule“ genannten Oberschule. Du, lieber Ralf und mein damaliger Chef Hinrich Lühmann habt wohl schnell entdeckt, dass ihr bei vielen schulischen Themen gemeinsame Sichten hattet und euch gut versteht. So förderten ihr beide schnell den Austausch von Kolleginnen und Kollegen und in diesem Zusammenhang lernte ich – als Pädagogischer Koordinator an unserer Schule mit schulorganisatorischen Dingen betraut – dich (Ralf) kennen, einen Schulleiter erfrischend jung, von schneller Auffassungsgabe und entscheidungsfreudig.

Ich weiß noch, dass wir Kolleginnen und Kollegen in Mathematik, in Kunst und Informatik austauschten, manche für ein paar Wochen, andere waren zwei Jahre unterwegs, einer blieb später sogar ganz bei euch in Pankow.

Es kam die Zeit, in der alle Schulen damit beschäftigt wurden, ein eigenes Profil zu bilden. Viele Modelle – insbesondere Variationen im Fremdsprachenbereich – wurden an den Schulen diskutiert. Ich denke, es waren die Gespräche zwischen dir und Hinrich, die das Thema Begabtenförderung bei uns auf das Tapet brachten. Ich war sehr schnell von der Idee überzeugt und habe deshalb bei uns stark dafür geworben.

Nachdem das Schnellläufermodell an etwa zehn Schulen getestet werden durfte, trafen sich natürlich Vertreter der entsprechenden Schulen öfter und haben intensiv die Ideen und Details hierzu ausgearbeitet. Eine besonders enge Abstimmung fand zwischen unseren beiden Schulen statt und auch ich war als Päko häufig bei entsprechenden Meetings dabei. Du hast dich dabei als brillanter Ideengeber erwiesen und hast mit Ruhe, aber auch mit Humor die Sitzungen vorangebracht.

Allerdings musste ich mich erst daran gewöhnen, dass zumeist dein Hund dabei war, aber der hat sich – wie die übrigen Konferenzteilnehmer – immer vorbildlich verhalten.

Nachdem das Modell der Begabtenförderung durch die Schnellläuferklassen sich erfolgreich bewährt hatte, die Nachfrage weit über dem Angebot lag und auch die wissenschaftliche Begleitung positive Signale lieferte, war die schulpolitische Entscheidung, in Berlin die Gymnasialzeit generell nach 12 Schuljahren enden zu lassen, für uns zunächst ein Schock.

Damals war ich – so glaube ich – gerade Schulleiter geworden und ich kann sagen: Es waren sicher dein Verdienst und deine Arbeit, lieber Ralf, dass wir von unserem Modell noch retten konnten, was zu retten war und dass wir den damaligen Senator Jürgen Zöllner als Fürsprecher für eine Modifizierung zu sogenannten Schnelllernerklassen gewinnen konnten, trotz der erheblichen politischen Widerstände.

Dein Engagement nicht nur für deine Schule, deine jahrelange Tätigkeit als Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren Berlins, aber auch über Berlin hinaus in der Bundesdirektorenkonferenz BDK zeigen, dass du Dinge bewegst. – Du bist mehr als ein herausragender Schulleiter und auf vielen Gebieten alles andere als ein Wünstler. Du hast dich auch nicht durch Rückschläge von deinen Überzeugungen abbringen lassen. – Ich denke daran, wie lange du warten musstest bis du gesichert in „Amt und Würden“ warst.

In Dankbarkeit für unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit wünsche ich dir für den nun folgenden Lebensabschnitt alles Gute, vor allem Gesundheit und viel Erfüllung und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: „Es gibt ein Leben OHNE Schule“

——— aber der Satz muss nicht so enden wie der ganz ähnliche Satz, der LORIOT

zugeschrieben wird.