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Grußwort der ehemaligen Referatsleiterin der Außenstelle Pankow – Susanne Füllgraf

Ein paar Gedanken…

Was sagt man als ehemalige Referatsleiterin der Außenstelle Pankow, wenn man sich an die
gemeinsame Arbeit mit einem Menschen erinnert?


Einem Menschen, der sich seiner Wurzeln immer bewusst war, der seinen moralischen
Kompass hatte, von seinen Mitmenschen viel einforderte und ebenso viel gab.
Lange vor dem Kennenlernen woben sich sein Name und umfangreiches Tun durch so
manche meiner Sitzungen in anderen Regionen.


An die sich anschließende gemeinsame Arbeit erinnere ich mich gerne. Auch wenn der
rückwärtsgewandte Blick meist dazu angetan ist, etwas milde zu sein, bleibt doch die
Anerkennung für eine facettenreiche Zusammenarbeit.


Es gab seine Sorgen und Gedanken um das stete Wohl der Schülerinnen und Schüler.
Es gab seinen bemerkenswerten Blick weit über den Horizont der schulischen
Personalplanung hinaus – und eine klare Erwartung hinsichtlich notwendiger Einstellungen.
Es gab seine Mahnungen und deutlichen Positionen als Schulleiter des Rosa-Luxemburg-
Gymnasiums und als Vorsitzender der Vereinigung der Berliner Oberstudiendirektoren zu
Entscheidungen des Dienstherrn und des Bezirks.


Es gab seine Bereitschaft und Bitte um Beratung im schulischen Alltagsgeschäft.
Es gab vertrauliche Telefonate, gerne zum Ende des Diensttages oder zum
Wochenausklang.


Es gab einen unerschütterlichen Entertainer bei den schulischen Weihnachtskonzerten und
Jubiläumsfeierlichkeiten mit legendären Gesangseinlagen.
Es gibt diesen vielschichtigen integren Menschen.
Es wäre vermessen, alles aufzählen zu können… Viele haben weitaus länger mit Ihnen
zusammengearbeitet, wissen sich detailreich zu erinnern und manche Anekdote
beizusteuern.


Kurzum – Ich bedanke mich bei Ihnen, sehr geehrter Herr Ralf Treptow, für die zehnjährige
stets vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Region Pankow. Ich wünsche Ihnen eine
erfüllte Zeit ohne Schule, aber mit freundlichen und bereichernden Zweibeinern und
Vierbeinern.


Herzlich
Susanne Füllgraf

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Irgendwie

Grenztiere – Vinzenz Hoppe

Im Reich der Tiere gibt es Wesen, die Grenzgänge zur Überlebensstrategie gemacht haben. Eine bestimmte Orcapopulation lässt sich beispielsweise gezielt an den Strand spülen, um dort ruhende Robben zu erlegen. Diese Jagdweise ist riskant, ja lebensgefährlich – und zugleich lebenssichernd. Eine Form der Grenzinnovation. Wer Beute machen will, muss dorthin, wo das eigene Element eigentlich endet.

Wenn man so will, ist auch mein Chef eine Art Grenztier. Er gibt sich nie ganz mit dem sicheren Wasser zufrieden, sondern lauert an der Peripherie des Möglichen. Dort, wo andere vorsichtig werden, beginnt für ihn oft erst der interessante Bereich. Er riskiert, aufzulaufen, vielleicht sogar zu stranden – aber nicht aus Versehen, sondern als Teil einer Bewegung.

Die Strandung ist bei ihm keine Panne, sondern eine mitgedachte Option. Vielleicht sogar eine Haltung. Denn wer Neuland betritt, muss akzeptieren, für einen Moment unbeholfen auszusehen – zu weit draußen, zu weit drüben, nicht mehr ganz im eigenen Element. Auf sympathische Weise gesteht er diese Haltung auch seiner Schülerschaft und vor allem seinen Kolleginnen zu. Auch sie dürfen Grenzen überschreiten, wenn diese Überschreitung produktiv wird. Genau daraus entsteht Innovation.

In jedem Fall aber ist er überzeugt: Sein Abgang ist keine Strandung. Eher eine Rückkehr.

 

ORCA – DER STRAND

Wir verlassen das Wasser.
Wir wissen, was wir tun.

Wir sind kein Unfall der Evolution.
Wir sind Planung.
Wir sind Präzision.

Der Strand ist nicht unser Feind.
Der Strand ist das Argument.

Kein Transit.
Kein Niemandsland.
Der Strand ist Heterotopie.
Echt und uneinlösbar.

Wir sind die Erzählung vom Risiko.
Die Behauptung im falschen Raum.

Wir sind der Beweis, dass es keine Natur gibt.
Nur Entscheidungen.
Nur Strategien.
Nur Überschreitungen mit Zähnen.

Und manchmal bleiben wir liegen.
Das gehört dazu.

Wer nie strandet,
hat nie gewagt,
hat nie begriffen,
was ein Raum ist.

Wer nie strandet, bleibt harmlos.

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Irgendwie

Ehemalige Schüler:innen – heutige Lehrer:innen

 Anfang der 10er Jahre wurde ein neuer Typus Lehrkraft geboren: Der der ehemaligen Schüler:innen. Was anfangs wie ein unwahrscheinlicher Einzelfall anmutete, hat mittlerweile Methode. Das RLG zählt inzwischen neun solcher Fälle und weitere stehen bereits in den Startlöchern. Dass die Rückholaktionen so häufig klappen und dass das RLG ein Ort ist, an den man gerne zurückkehrt, ist natürlich zu einem großen Anteil Herr Treptows Verdienst. Wir Ehemalige sind dem Alten sehr dankbar für diese Möglichkeit der Rückkehr an diesen von uns so sehr geliebten Ort.

Wie es sich anfühlen kann, vom Schüler-Team ins Lehrkräfte-Team zu wechseln, illustriert der folgende Text. In ungekürzter Fassung erschien er 2016 in der Festschrift zum 25jährigen Bestehen des neuen Gymnasiums an der Kissingenstraße „25 von 109“ und wurde von zwei ehemaligen Schülern, die nun Lehrer am RLG sind, verfasst.

 

Seitenwechsel

Es ist der 25.6.2002 und vier Jahre bevor im Zuge des Heimturniers der Begriff des Public Viewings eigentlich erst erfunden beziehungsweise mindestens neu definiert wird, weht zum ersten Mal seit 1996 wieder ein Hauch von kollektiver Fußballbegeisterung durch das Land, denn die nicht ganz zu Unrecht als Rumpelfußballklub verschriene deutsche Nationalmannschaft hatte es irgendwie in das Halbfinale der Fußball-WM in Japan und Südkorea geschafft. Für uns frisch pubertierende und daher eigentlich mit anderen Dingen beschäftigte Sechst- beziehungsweise Siebtklässler bedeutet das dank eines fußballbegeisterten Schulleiters und den in der mitteleuropäischen Zeitzone am Vormittag stattfindenden Spielen vor allem eins: drei Stunden Ausfall!

Die Schulleitung hat ein gemeinschaftliches Fußballschauen angeordnet, immerhin geht es um den Einzug ins Finale. Der nicht ganz unproblematische Ort dieser Veranstaltung soll die damals kurz vor der Sanierung stehende Aula sein und es dauert nicht lange, bis ein durch Hören-Sagen katalysiertes Gerücht zu einer für uns unumstößlichen Wahrheit heranreift. Es dürfe im Falle eines Tores nicht zu laut gejubelt werden, da die Achillesferse des RLO schließlich einsturzgefährdet sei. Okay, denken wir, kein Problem, das sollte doch zu schaffen sein!

Das Spiel verläuft dann aber doch knapper, als es der vermeintlich kleine Name des Gegners vermuten lässt und als Michael Ballack in der 75. Minute den Südkoreanern das erlösende 1:0 einschenkt, entlädt sich die kontinuierlich gesteigerte Anspannung aller Fünft- bis Zwölftklässler in unkontrollierbarer Art und Weise. An das Jubelverbot kann und will sich in dieser Situation niemand mehr halten und wir haben Glück, dass nicht noch mehr Tore fallen: Die Deutschen kommen ins Finale und wir lebendig aus der Aula. 

Zwölf beziehungsweise dreizehn Jahre später stehen wir wieder in der Aula, diesmal mit einem Blumenstrauß in der Hand, auf einer Bühne vor sämtlichen Lehrern und in einer Umgebung, die uns eher an die hypermoderne Konzerthalle Huxleys in Berlin Neukölln, als an den maroden, unbejubelbaren Festsaal, in dem wir damals verbotener Weise das Tor von Michi Ballack feierten, erinnert. Und doch müssen wir in diesem Moment an jenes prägende Ereignis vom Juni 2002, mit dem für uns endgültig die spannende Gymnasiastenzeit eingeläutet wurde, denken und können halb lachend, halb hyperventilierend noch gar nicht so richtig fassen, was hier gerade geschieht. Sind wir wirklich im Begriff, unser Referendariat an unserer alten Schule zu beginnen? Wie konnte das passieren? […]

Nach dem Herzschlag-Halbfinale, das dann tragischer-, aber irgendwie auch verdienterweise nicht durch einen WM-Triumph gekrönt werden konnte, standen uns noch sechs Jahre Leben und Lernen am RLO bevor.

[…]

Neben dem außergewöhnlichen Schulklima […] prägten uns in unserer Schulzeit vor allem diejenigen Ideen und Werte, die am Rosa auch heute noch großen Raum einnehmen. Zum einen gehörten soziales und schulpolitisches Engagement zum guten Ton. So war das Amt des Klassensprechers eine recht erstrebenswerte Position, die ein hohes Ansehen in der Schülergemeinschaft besaß. Zum anderen schienen die Lehrerinnen und Lehrer des RLOs auch vor den großen Bildungsreformen, die auf den PISA-Schock im Jahre 2000 folgend durchgeführt wurden, mehr kooperationsbereite, wohlgesonnene Partner als bekämpfungswürdige Gegner zu sein.

Dieses Gesamtpaket war es schließlich, was die Schule für uns damals zu einem „Place to be“ und nicht zu einem „Place to leave“ machte.

Trotzdem hätten wir, als wir an einem frühen Morgen im Juli 2008 leicht torkelnd eine pragmatische Mehrzweckhalle in Berlin-Lichtenberg verließen, in der ein verlorenes EM-Finale unseren Abiball soeben nur ganz knapp nicht versaut hatte, jeden Menschen für verrückt erklärt, der uns gesagt hätte, wir würden eines Tages an das Rosa-Luxemburg zurückkehren. Dieses Kapitel schien irgendwie abgeschlossen, seine Weiterschreibung noch nicht denkbar. Und doch war diese Schule sicherlich mitverantwortlich für unseren Entschluss, Lehrer zu werden. Nicht etwa, um es besser zu machen als unsere Lehrer, sondern weil diese bei uns damals den Eindruck erweckten, einen coolen Beruf mit viel ehrlicher Freude auszuüben.

Dass wir den Referendarbegrüßungsblumenstrauß schließlich tatsächlich in der wohlbekannten Aula des inzwischen umbenannten Rosa-Luxemburg-Gymnasiums entgegennehmen […] wäre […] ohne eine tiefe positive Verbindung zu der Schule nicht möglich gewesen.

Inzwischen sind nun schon einige Monate ins Land gezogen und unsere Situation fühlt sich längst nicht mehr so surreal an, wie noch zu besagter Begrüßungsveranstaltung für neue Kollegen […]. Wir kennen nun zwei völlig verschiedene Rosa-Luxemburg-Gymnasien und können zufrieden feststellen: Wir fühlen uns an beiden Schulen ziemlich wohl!

Und wenn wir bemerken, dass wir mittlerweile doch schon ganz schön typische Spieler des Lehrervereins geworden sind, erinnern wir uns daran, dass wir auch mal auf der Seite der Schüler gespielt haben. Zum Beispiel indem wir in einer ruhigen Minute […] die Aula aufsuchen und – einfach weil wir es heute dürfen – mal so richtig laut jubeln. Ein nachträgliches Jubeln über ein gewonnenes Halbfinale 2002, ein Jubeln über eine in ihrer Unbeschwertheit verdammt erinnerungswürdige Schulzeit und schließlich ein Jubeln über einen bis hierhin ziemlich gelungenen Seitenwechsel.

Jan Dietrich und Joseph Brinkmann, Schüler der Rosa-Luxemburg-Oberschule von 2000 bzw. 2001 bis 2008 und unterrichtend am Rosa-Luxemburg-Gymnasium seit 2015 bzw. 2014.

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Hannes Trültzsch: Eine Frage der Berufung

Wenn am Rosa-Luxemburg-Gymnasium die Lichter angehen und der Schulhof sich leise verwandelt, wenn Stimmen klingen, als hätten sie etwas vor, das über den Stundenplan hinausgeht, dann ist das nicht nur Weihnachtszeit.

Dann ist das vor allem sein Moment.

Denn mittendrin steht einer, der offiziell anderes zu tun hätte. Ralf Treptow – Schulleiter, Organisator, ruhender Pol des Alltags. Ein Mann der Struktur, der Klarheit, der verlässlichen Worte.

Und doch ist das nur die halbe Wahrheit.

Denn wer ihn hier erlebt, zwischen Lichtern, Stimmen und diesem schwer erklärbaren Gefühl von „Jetzt ist es wieder so weit“, der merkt schnell: Das Amt ist präzise gewählt, aber die Berufung liegt woanders. Es ist diese Art, wie er da steht. Nicht im Mittelpunkt und doch unverkennbar zentral. Nicht laut und doch bestimmend. Nicht inszeniert und doch wie aus einer anderen Rolle herübergetreten. Man könnte sagen, er spielt den Weihnachtsmann nicht. Er erinnert sich nur daran, dass er einer ist. 

Und manchmal, bei den Weihnachtskonzerten, wird aus dieser Ahnung Gewissheit. Wenn der Mantel dazukommt, der Bart, das leise Raunen im Raum, dann verschiebt sich nichts Wesentliches. 

Es wird nur sichtbar, was ohnehin längst da ist. 

Die Schülerinnen und Schüler spüren das sofort. 

Dieses eigenartige Gleichgewicht aus Ordnung und Wärme, aus Klarheit und einem Humor, der nie laut sein muss, um zu wirken. Es ist kein Zufall, dass gerade jemand, der den Alltag so verlässlich hält, im Fest so glaubwürdig wird. Denn vielleicht gehört beides zusammen: die Fähigkeit, Dinge zu strukturieren, und die seltenere, Menschen einen Moment lang vergessen zu lassen, dass sie gerade in einer Schule stehen. 

So wird die Weihnachtszeit am RLG nicht einfach organisiert, begangen und beendet. Sie wird getragen. Von vielen, gewiss. Aber zusammengehalten von jemandem, der das alles nicht nur ermöglicht, sondern auf eine stille Weise verkörpert. 

Und wenn am Ende die Lichter verlöschen und das RLG wieder das wird, was es immer ist, bleibt doch etwas zurück: die leise, fast beiläufige Erkenntnis, dass am RLG Beruf und Berufung in einer Person zusammenfallen.

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Torsten Brandes: Ralf Treptow als digitaler Innovator

Was die digitale Entwicklung unserer Schule betrifft, war Ralf Treptow nie derjenige, der erklären konnte, welches Kabel wohin gehört oder warum das WLAN ausgerechnet dann streikt, wenn man es dringend braucht. Aber er war derjenige, der sehr früh verstanden hat, dass es dieses WLAN braucht. Dass Schule sich verändern muss, um Zukunft zu haben. Und dass man dafür Menschen braucht, denen man vertraut.
Er hat Türen geöffnet, Entscheidungen getroffen und dann einen Schritt zur Seite gemacht, nicht aus Desinteresse, sondern aus Haltung. Fortschritt entstand hier nicht, weil jemand jedes Detail kontrollierte, sondern weil jemand sagte: „Macht mal.“
Dass daraus digitale Tafeln, iPads, neue Lernformen und ungeahnte Möglichkeiten wurden, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis dieses Vertrauens. Und vielleicht ist genau das seine größte digitale Spur: erkannt zu haben, wohin die Reise geht, auch ohne selbst jeden Knopf drücken zu müssen.

Torsten Brandes

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Dankesschreiben der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie

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Naja, es war einmal im Jahr 1991 im Sommer.

Hallo Ralf,

das glaub ich gerade nicht!

Du willst einfach so die Schule verlassen, die du mit Herz und Seele aufgebaut hast? Nach der Wende!

Ein kurzer Rückblick:

Naja, es war einmal im Sommer 1991. Meinem Beruf zufolge befand ich mich im ehemaligen Sekretariat der Schule in der Kissingenstraße (noch ohne Namen). Da betrat ein junger Mann den Raum und meinte, er würde der zukünftige kommissarische Schulleiter dieser Schule werden, von Herrn Lubawinski benannt. Frau Ludwig war da noch die amtierende Leiterin.

Wir haben uns alle gegenseitig vorgestellt. Frau Ludwig und der junge Mann namens Herr Treptow kamen so ins Gespräch. Und Herr Treptow meinte (das habe ich bis heute nicht vergessen): „Wer ist denn diese Dame?“, und meinte damit mich. „Das ist Frau Lindner, die Schulsekretärin.“ Man muss dazu sagen: Die Posten für die weitere Besetzung in der Schule waren noch nicht zu 100 Prozent klar aufgeteilt. Ja, Frau Ludwig meinte dann so: „Nehmen Sie doch die, die kann sich gut anpassen.“ So fing erst einmal alles an.

Kommissarischer Schulleiter Herr Treptow, pädagogischer Leiter Herr Reiff, stellvertretende Schulleiterin Frau Petra Lange I, und im Sekretariat Frau Lindner. Ich muss sagen, wir haben uns alle ziemlich schnell aneinander gewöhnt.

Dann kamen die Ideen von Herrn Treptow: neu sowie Umgestaltung der Räume! Für drei leitende Personen, also Schulleiter und Stellvertreterin sowie pädagogischer Koordinator, waren die Diensträume einfach viel zu klein und zu eng.

In der 1. Etage entstand ein Foyer für den Aufenthalt der Schüler. Dann begann die Umgestaltung für das Schulleiterzimmer mit dem anschließenden „neuen großen“ Sekretariat. Dem gegenüber befand sich dann der Raum für den PäKo, und dahinter entstand der Raum für die stellvertretende Schulleiterin. Ich muss sagen: alles perfekt bis heute! Ich will jetzt hier keine Geschichte erzählen über die historische Entwicklung der Schule. Aber 1994 habe ich dir einen „Sheriffstern“ übergeben, den du ja bestimmt bis heute noch hast. Denn da warst du offiziell Schulleiter des RLO-Gymnasiums. Entweder du gibst ihn weiter oder behältst ihn als bleibende Erinnerung.

Viele arbeitsreiche, aber auch schöne Arbeitsjahre gingen vorbei. Theater unter der Regie von Sabine Kündiger, Weihnachtskonzerte, damals noch in der tollen neuen Aula der Schule, unter der Leitung von Wilhelm Krahnert und Veit Römer usw. Dann kam das Jahr 2003, wo auch mein Abschied von der Schule gefeiert wurde. Es war natürlich ganz schön „schmerzlich“, aber so ist es im Leben nun einmal.

So, lieber Ralf, nun bist du dran. Ich wünsche dir für deinen „Unruhezustand“ noch viele glückliche und erlebnisreiche Jahre. Bleib gesund, und ebenfalls alles Gute für deinen Mann.

In guter Erinnerung verbleibe ich als 1. Schulsekretärin der „Schule am Zeitungskiosk“.

Hannelore Lindner

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Sabine Kündiger: Ein Intendant für alle Fälle

Intendanten sind eigentlich nicht besonders beliebt. Sie stehen in der Theaterhierarchie ganz oben und sind die Herren über Finanzen, Einstellungen und Spielpläne, sie müssen sich mit den Konflikten befassen, in die RegisseurInnen und ihre Teams miteinander geraten, wenn sie über künstlerisch-ästhetische Positionen streiten, müssen sich um geplatzte Wasserrohre oder verschimmelte Kellerverliese im Hause kümmern,und vor allem müssen sie repräsentieren.

Das Rosa-Luxemburg-Gymnasium hatte vor Jahren eine Intendantenstelle zu vergeben. Der Kunst- und Kultursaal war verfallen und musste dringend saniert werden. Niemand wollte den Job desjenigen haben, der es auf sich nimmt, eine langjährige Baustelle zu betreuen:

Handwerker akquirieren, Geld anfordern, Architektur- und Denkmalschutz-Pläne durchforsten, mehr Geld anfordern, sich mit Ämtern herumstreiten, schon wieder Geld anfordern, das Drängen der künstlerischen Gruppen aushalten, die dringend in die Aula möchten…

Es gab schließlich nur eine Person, die in der Lage war, sich diesen Aufgaben zu stellen und dieselben auch zu bewältigen: Ralf Treptow.

Über eine gewisse Zeit hatte er die künstlerischen Aktivitäten, welche in der alten Aula stattgefunden hatten, bereits mit Wohlwollen, ja sogar mit Begeisterung begleitet.

Was ihn aber besonders für das Amt des Intendanten auszeichnete, war seine eigene künstlerische Tätigkeit.

Er konnte z.B. Mitwirkungen als Statist in Theateraufführungen nachweisen, er war im jährlichen Dezember-Konzert stark als Weihnachtsmann nachgefragt, ja, man kann sagen, dass das seine Lebensrolle war. Des Weiteren zeichnete sich bereits ab, dass aus ihm einmal ein beachtenswerter Chanson-Sänger werden würde. Gleichzeitig konnte er durch das Amt als Schulleiter sein beachtliches Talent in Planungsstrategien einbringen.

Ralf Treptow begann seine Intendantentätigkeit mit großer Leidenschaft und sehr bald wurde ihm aus den Reihen seines Kollegiums schon zugetragen, dass viele der Mitarbeitenden besorgt darüber seien, dass er das Schulleiteramt zugunsten seiner Intendantentätigkeit vernachlässige.

Es gab – und das kann ich als Zeitzeugin bestätigen – wohl in seiner gesamten Laufbahn am RLG nicht ein einziges künstlerisches Ereignis, welches er versäumt hat. Er hatte immer ein offenes Ohr und Herz für die Kunst – er förderte sie mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, und er schaffte den Spagat zwischen der Leidenschaft für die Kunst und der Neutralität, die vonnöten war, wenn sich die Künstler der verschiedenen Sparten mal wieder in die Haare gerieten.

Ja, das RLG ist ein „Vielspartenhaus“ und der Intendant Ralf Treptow hat diesem Job alle erdenkliche Ehre gemacht. Wenn er jetzt geht, wird diese Stelle wohl frei bleiben.

Sabine Kündiger

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Dr. Bernd Kokavecz

Zur Verabschiedung von Ralf Treptow

Der Mauerfall in unserer Stadt lag noch nicht lange hinter uns und West und Ost beäugten sich noch zaghaft und vorsichtig, aber auch neugierig. Die Schulen der Stadt waren aufgerufen, Partnerschaften zu bilden und nach einem kurzen weniger erfolgreichen Versuch mit einer Schule im Südosten Berlins kam es zu den ersten Begegnungen zwischen den Kollegien meiner Schule, der Humboldtschule in Tegel, und dem Kollegium der vorübergehend im allgemeinen Sprachgebrauch

„Kissingenschule“ genannten Oberschule. Du, lieber Ralf und mein damaliger Chef Hinrich Lühmann habt wohl schnell entdeckt, dass ihr bei vielen schulischen Themen gemeinsame Sichten hattet und euch gut versteht. So förderten ihr beide schnell den Austausch von Kolleginnen und Kollegen und in diesem Zusammenhang lernte ich – als Pädagogischer Koordinator an unserer Schule mit schulorganisatorischen Dingen betraut – dich (Ralf) kennen, einen Schulleiter erfrischend jung, von schneller Auffassungsgabe und entscheidungsfreudig.

Ich weiß noch, dass wir Kolleginnen und Kollegen in Mathematik, in Kunst und Informatik austauschten, manche für ein paar Wochen, andere waren zwei Jahre unterwegs, einer blieb später sogar ganz bei euch in Pankow.

Es kam die Zeit, in der alle Schulen damit beschäftigt wurden, ein eigenes Profil zu bilden. Viele Modelle – insbesondere Variationen im Fremdsprachenbereich – wurden an den Schulen diskutiert. Ich denke, es waren die Gespräche zwischen dir und Hinrich, die das Thema Begabtenförderung bei uns auf das Tapet brachten. Ich war sehr schnell von der Idee überzeugt und habe deshalb bei uns stark dafür geworben.

Nachdem das Schnellläufermodell an etwa zehn Schulen getestet werden durfte, trafen sich natürlich Vertreter der entsprechenden Schulen öfter und haben intensiv die Ideen und Details hierzu ausgearbeitet. Eine besonders enge Abstimmung fand zwischen unseren beiden Schulen statt und auch ich war als Päko häufig bei entsprechenden Meetings dabei. Du hast dich dabei als brillanter Ideengeber erwiesen und hast mit Ruhe, aber auch mit Humor die Sitzungen vorangebracht.

Allerdings musste ich mich erst daran gewöhnen, dass zumeist dein Hund dabei war, aber der hat sich – wie die übrigen Konferenzteilnehmer – immer vorbildlich verhalten.

Nachdem das Modell der Begabtenförderung durch die Schnellläuferklassen sich erfolgreich bewährt hatte, die Nachfrage weit über dem Angebot lag und auch die wissenschaftliche Begleitung positive Signale lieferte, war die schulpolitische Entscheidung, in Berlin die Gymnasialzeit generell nach 12 Schuljahren enden zu lassen, für uns zunächst ein Schock.

Damals war ich – so glaube ich – gerade Schulleiter geworden und ich kann sagen: Es waren sicher dein Verdienst und deine Arbeit, lieber Ralf, dass wir von unserem Modell noch retten konnten, was zu retten war und dass wir den damaligen Senator Jürgen Zöllner als Fürsprecher für eine Modifizierung zu sogenannten Schnelllernerklassen gewinnen konnten, trotz der erheblichen politischen Widerstände.

Dein Engagement nicht nur für deine Schule, deine jahrelange Tätigkeit als Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren Berlins, aber auch über Berlin hinaus in der Bundesdirektorenkonferenz BDK zeigen, dass du Dinge bewegst. – Du bist mehr als ein herausragender Schulleiter und auf vielen Gebieten alles andere als ein Wünstler. Du hast dich auch nicht durch Rückschläge von deinen Überzeugungen abbringen lassen. – Ich denke daran, wie lange du warten musstest bis du gesichert in „Amt und Würden“ warst.

In Dankbarkeit für unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit wünsche ich dir für den nun folgenden Lebensabschnitt alles Gute, vor allem Gesundheit und viel Erfüllung und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: „Es gibt ein Leben OHNE Schule“

——— aber der Satz muss nicht so enden wie der ganz ähnliche Satz, der LORIOT

zugeschrieben wird.